Legasthenie erkennen und fördern

14 Februar 2020
 Kategorien: Kinderbetreuung, Blog

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Kommen Kinder in die Schule und beginnen damit, das Lesen und Schreiben zu lernen, ist es normal, dass immer wieder Fehler gemacht werden. Dies legt sich jedoch meist mit zunehmender Schulzeit. Liegt jedoch eine Lese-Rechtschreibschwäche vor, treten diese Schwierigkeiten über einen längeren Zeitraum auf und können auch nicht so einfach bewältigt werden.

Was ist Legasthenie?

Menschen, die an Legasthenie leiden, haben Probleme, wenn es um die Umsetzung der Sprache ins Geschriebene geht und auch anders herum. Die Ursachen liegen meist in der Genetik, der Wahrnehmung der visuellen und auditiven Verarbeitung, bei der Sprachverarbeitung oder aber im phonologischen Bewusstsein.

Wie erkennt man Legasthenie?

Eine Lese-Rechtschreibschwäche lässt sich sowohl im Bereich des Lesens als auch im Bereich des Schreibens erkennen. Die Betroffenen weisen eine sehr geringe Lesegeschwindigkeit auf, geraten oft ins Stocken und können das Gelesene nicht wiedergeben. Auch Wörter, Silben oder Buchstaben werden häufig vertauscht, weggelassen oder hinzugefügt.
Beim Schreiben äußert sich Legasthenie durch eine hohe Anzahl an falsch geschriebenen Wörtern bei Diktaten und auch beim Abschreiben von Sätzen. Auch die Grammatik und die Zeichensetzung ist häufig sehr fehlerbehaftet. Nicht selten ist die Handschrift sehr ungenau und unleserlich.

Wie kann man Kinder mit Legasthenie fördern?

Eine Förderung bei Legasthenie sollte sowohl im schulischen als auch im privaten Bereich erfolgen.

Legasthenie fördern in der Schule

An erster Stelle steht immer das Ausschöpfen der Förderangebote der Schule, wie es beispielsweise auch bei Pro School Professionelle Kinder- und Jugendhilfen der Fall ist. Diese Angebote sind jedoch von Schule zu Schule verschieden. Wichtig ist hierbei jedoch, dass die Fördermaßnahmen auf das Kind individuell angestimmt werden, da sonst keine großen Erfolge zu erwarten sind. Dazu gehört die Differenzierung im Unterricht, zusätzliche Stunden zur Förderung und im Idealfall eine spezielle Klasse für Legastheniker.
Weiterhin besteht in der Schule die Möglichkeit eines Nachteilsausgleichs. Hierbei wird häufig die Rechtschreibung bei der Notengebung außer Acht gelassen. Weiterhin werden im Zeugnis keine Lese- und keine Rechtschreibleistungen vermerkt und die Betroffenen erhalten mehr Zeit für das Erledigen von schriftlichen Aufgaben. Oftmals bekommen Legastheniker die schriftlichen Aufgaben auch von einer zweiten Person vorgelesen.

Legasthenie fördern durch eine Therapie

Am erfolgreichsten haben sich LRS-Therapien erwiesen. Diese haben das Ziel, eine psychische Stabilität herzustellen, diverse Entwicklungsauffälligkeiten zu behandeln und das Umfeld des Betroffenen zu optimieren. Diese drei Bereiche beinhalten unter Anderem die Verstärkung der Lernmotivation, das Abbauen von Leistungsdruck und -ängsten sowie ein Anleiten des häuslichen Umfeldes und die Verbesserung der Schulsituation.

Förderungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Verfahren, um Legastheniker zu fördern.

1. Auditive Therapie

Hierzu gehört ein Training der Tondifferenzierung, des Richtungshörens und des Hochtons.

2. Visuelle Therapie

Bei den visuellen Therapiemöglichkeiten wird die visuelle Differenzierungsfähigkeit geschult. Weiterhin erfolgt ein Training der Blicksteuerung und des Sehens auf beiden Augen.

3. Senso-motorische Therapie

Die Betroffenen lernen bei dieser Therapie das rechtshirnorientierte Lernen.

4. Therapie der Hemisphärenkoordination

Hierbei wird das dichotische Hören trainiert. Weiterhin erfolgt ein auditives und ein motorisches Heimsphärenkoordinationstraining.